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MINT mit Botschaft an alle Promiluder dieser Welt

MINT identifizieren sich klar über ihren assoziativen Bandnamen. Was das genau bedeutet, erörtern sie gleich im gemeinsamen Interview. Übrigens auch, was es mit dem Song „Promiluder“ auf sich hat und wer gemeint ist. Also schmiert euch ein belegtes „Blödchen“ und lest heiß und fettig, was MINT uns zu sagen haben. Noch eins vorweg: auch die gutgelaunten MINTs spielen am 29.2. im Jolly Joker um den ersten Platz! Also hingehen und voten!


Ihr habt schon an mehreren Newcomercontests teilgenommen: 4fame 2005 und 2006, Innsider Bandcontest Innsbruck, Emergenza. Jedes mal habt ihr euch erfolgreich in die Finalrunde gedeutschpoprockt. In Parsberg 2005 wart ihr sogar der absolute Sieger. Inwiefern hat euch das „geschult“? Und was erwartet ihr euch von STARS IN THE CITY?

Constantin:
Über die ganzen Contests sind wir ständig mit anspruchsvollen „Sparringpartnern“ versorgt. Das hält uns fit und bringt uns auf neue Ideen. Und wir erkennen auch, wenn wir mal gepennt haben. Bei STARS IN THE CITY freuen wir uns jedenfalls auf ein großes Festival mit hochkarätigen Kollegen.

Sebastian: Richtig! Man muss alles mitnehmen, was kommt. Gerade auf Contests hat man die Chance, die eigene Mucke den Zuhörern auf’s Ohr zu drücken, die nicht einfach mal so auf einen Gig von uns alleine gegangen wären. Aber uns ist schon wichtig, wie der Contest aufgemacht ist: verdeckte Abzockegeschichten wie Emergenza machen wir jetzt nicht mehr mit.



Manche sagen MINT macht Deutschrock, andere meinen es sei deutscher Pop-Rock, dann heißt es wieder deutschsprachiger Rock-Chanson-Pop, ´ne wilde Mischung würde ich meinen. Findet ihr solche Einstufungen eigentlich eher unwichtig oder wie seht ihr das selbst?

Constantin: Wir sind langsam in der Zone angekommen, in der sich ein eigener Stil herauskristallisiert. Das ist erstmal schwierig einzuordnen, man will sich ja nicht vorschnell in eine Schublade schieben. Wir wollen uns nicht verstellen oder Klischees bedienen. Wir spielen, wie wir’s haben möchten. Was am Ende als Überschrift steht, soll sich der Zuhörer ausdenken.

Marina: Ich persönlich finde nichts langweiliger, als wenn sich der erste Song auf der Scheibe eines Künstlers so anhört wie der dritte und siebente. Wir schreiben unsere Songs nach Lust, Laune und Gefühl. Ergebnis ist deshalb eben mal ein Rocksong, mal ein klassischer Pop-Song oder auch ein Chanson. Wir möchten einfach, dass es weder uns noch unseren Fans langweilig wird. Dabei versuchen wir aber allen Songs unseren individuellen „MINT-Stempel“ aufzudrücken.

Sebastian: Was uns ja bisher schon ganz gut gelungen ist.



Ihr beschreibt eure Musik als frisch-frech, elegant und druckvoll. Da kann man als Zuhörer durchaus mit dem Kopf nicken. Aber wie ist hier „elegant“ gemeint?

Constantin: Ääähhh … (verlegen auf Marina weisend)

Marina: (lacht verständnisvoll) Das ist wohl auf meinem Mist gewachsen. Als typische Waage-Frau muss ich´s immer ein wenig ästhetisch haben. Eleganz bezeichnet für mich den Ausdruck von besonderem Stil und Geschmack in Design, Architektur, Mode, Kunst, aber auch Musik. Deshalb lass ich den Männern zum Ausgleich auch mal Zeit zum Bier saufen und am Bauch kratzen. (lacht wieder herzhaft)



Fällt eigentlich der Song „Promiluder“ musikalisch unter „elegant“? Er erinnert irgendwie an Kitty Hoff und fällt aus dem sonst eher vom Rock beeinflussten Rahmen? Ist eigentlich jemand Bestimmtes gemeint?

Marina: Na ja, wenn man der obigen Definition von Eleganz glaubt, ist sie immer noch Geschmackssache… (5 Minuten später, nachdem Marina „Kitty Hoff“ gegooglet hat und sich fragt, ob das jetzt peinlich ist) … Ja ... Kitty Hoff - gefällt mir! Ein Chanson ist „Promiluder“ schon, aber auf der komödiantischen Ebene. Gemeint sind alle vergangenen, aktuellen und zukünftigen Bohlen-, Bobbele-, Matthäus- und Co.-Schnecken, die sich so in die Öffentlichkeit schmuggeln und bescheidenen Reichtum erlangen.

Constantin: Jou, wir spielen halt wie’s kommt und Spaß macht. Und auch wenn Marina es oben nicht ausspricht: Gemeint ist PARIS HILTON, damit wir durch Homepageverlinken abartige google-Rankings bekommen (lautes Lachen erfüllt den Raum).



Marina, deine Stimme ist ja tatsächlich besonders, versprüht gleichzeitig sowohl Wärme als auch Kraft und klingt emotional sehr aufgeladen. Wie erklärst du dir diese enorme Ausstrahlung? Liegt das an einer harten Gesangsausbildung, ist das eher das in die Wiege gelegte Stimmglück oder hat es ganz andere Ursachen?

Marina: (nachdem die Schamesröte wieder aus dem Gesicht gewichen ist) Vielen Dank für das nette Kompliment. Meine Stimme hat sich ganz ohne Gesangsunterricht so entwickelt, oder vielleicht sogar weil ich nie Unterricht hatte. Ich liebe es, Gefühle in die Songs zu übertragen und setzte dafür gerne einige Tiefen ein oder gebe meiner Stimme dafür einen kindlichen Charakter.

Constantin: (ahmt Marina nach) So wie ich mich über meine Mitmusiker ärgern muss, bleibt mir gar nix anderes übrig als die aufgestauten Aggressionen durch Urschrei-Therapie loszuwerden. Eigentlich wollte ich immer Töpferkurse leiten, aber....

Marina: (amüsiert sich in diesem Moment köstlich!)



Marina, du schreibst ausnahmslos alle Texte selbst. Worum geht´s dir dabei und was inspiriert dich?

Marina: Erstens geht es mir darum, nicht die versauten Gedanken wiederzugeben, die die Jungs zu Blatte getragen hätten (grinst). Nee, Spaß beiseite. In der Regel besteht meistens ein Grundgerüst des Songs. Ich lasse dieses einfach auf mich einwirken bis mir spontan bestimmte Geschichten oder Erinnerungen einfallen, die zur geschaffenen Atmosphäre passen.



Sebastian komponiert ja alles drum herum. Haben die anderen Bandmitglieder auch Einfluss auf die Songs? Es fallen nämlich besonders die Klaviereinlagen von Melinda auf, zum Beispiel bei „In dieser Nacht“ der aktuellen CD „Sieger“.

Sebastian: Wehe, einer der anderen kommt auf die Idee, selbst kreativ zu sein! Das ist streng verboten! Neeeeein, von mir kommt oft auch nur die Idee, ein Lick, ein Riff oder eine halbgare Strophe, der Rest entwickelt sich organisch. Ich behaupte nur, dass ich auf all die tollen Ideen gekommen bin. Gitarrist und Songwriter – kein Wunder, dass immer nur ich weibliche Fanpost bekomme.

(ein raunendes Gelächter der gutgelaunten Band bricht aus)



Live scheint ihr euer Publikum ziemlich mitzureißen und auch die Fotos von Live-Gigs zeigen insbesondere eine bewegungsfreudige Marina. Worauf kommt es euch an, wenn ihr auf der Bühne steht und was für ein Gefühl wollt ihr den Leuten davor vermitteln?

Constantin und Sebastian im Chor: KNIET NIEDER, damit ihr Marina unter den Rock schauen könnt!! (alle gröhlen)

Sebastian: So kann man das Publikum auch für sich gewinnen. Wir kommen live halt sehr über die Sex-Sales-Schiene.

Marina: Jetzt weißt Du, was ich eben gemeint habe. Mir ist es wichtig, dass ich die Inhalte der Songs nicht nur durch meinen Gesang wiedergebe, sondern auch durch Mimik und Gestik. Sonst wirkt es  wie ein „Ich liebe Dich“ mit vorgehaltener Kanone.

MINT gibt es seit 2004, davor hattet ihr die Band „m*used“, zwischenzeitlich eine rege Bandmitgliederfluktuation. Wie hat das die Musik und die Band geprägt?

Sebastian: Als Marina und ich uns in Kiel getroffen und m*used gründeten, haben wir ausschließlich Covers gespielt. Und weil wir nicht wirklich Lust hatten, alles wie Top-40 Bands Note für Note nachzuspielen, haben wir alle Songs – fast ausschließlich Insider, heimliche Klassiker von Live, K’s Choice, etc. – in einem eigenen Stil gespielt. Das Auseinandersetzen mit „fremder“ Musik ist sehr lehrreich, wenn man eigene Songs schreiben will. Man erhält ziemlich schnell ein Gefühl für das, was bei einem Song zählt. Das hat jedenfalls mich sehr geprägt. Zur angesprochenen Fluktuation: Wie man unserer Musik vielleicht anhört, hat jeder eigene Vorstellungen und bringt die auch ein. Man merkt schnell, was passt und was nicht. Wenn’s nicht passt, ist es besser, nicht krampfhaft aneinander festzuhalten. Ja, manchmal sind wir eine Band von Egozentrikern … Steffen mal ausgenommen, der ist der ruhende und beruhigende Pol bei uns. Ich gebe allerdings zu, dass es nicht immer einfach ist, mit unserem Enthusiasmus Schritt zu halten. Und dann können ja immer auch unvorhersehbare Sachen vorkommen. So wie jetzt bei Melinda, die leider kurzfristig und schweren Herzens aus familiären Gründen aussteigen musste. Aber ein Riesenvorteil von wechselnden Besetzungen ist, dass wir so die unterschiedlichsten Einflüsse in die Songs eingebaut haben. Vielleicht ist das auch mit ein Grund, warum sich alle MINT Songs anders und doch ähnlich anhören.

Marina: Ich denke aber, dass wir jetzt – gerade mit unserem neuen Keyboarder Flo – endlich die Besetzung gefunden haben, die perfekt zusammen passt.

Steffen: Die besten MINT ever, sozusagen!



Bevor ihr euch auf den Namen MINT getauft habt, hieß die Band „Desert Red“. Was hat euch an dem Namen nicht gepasst und warum passt MINT besser zu euch und eurer Musik?

Sebastian: Die Frage, die sich eigentlich stellt, ist die, wie du das rausbekommen hast? Der Name „Desert Red“ stammt noch aus der allerersten MINT-Phase. Da wusste keiner von uns so recht, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Das war wie wenn man im Urlaub zum ersten Mal auf den Hotel-Balkon tritt und extrem viele neue Impressionen auf einen wirken, vielleicht weißt du, was ich meine?

Ja ja, sehr vage Erinnerungen, an eine Zeit vor dem Job als rasende Reporterin ... (grinse) Aber jetzt  weiter mit eurer Darstellung des Themas!

Sebastian: Um einen Anfang zu finden und diese ganzen kreativen Gedanken und Spinnereien zu bündeln, haben wir beschlossen, dass wir uns erstmal – sozusagen als Grundlage - einen Namen geben müssen. Irgendein alkoholgeschwängerter Moment hat dann wohl aus einem Wüstenrot-Kontoauszug „Desert Red“ gemacht. Unspektakulär, oder? Jedenfalls haben wir schnell gemerkt, dass der Namen so gar nicht zu uns gepasst hat. Jeder assoziiert doch Stoner Rock oder vergleichbares mit so einem Namen … „Desert Red“ … da schmeckt man doch den Wüstensand, Whisky und tiefhängende Colts gleich raus. Nee, wir sind eher wie die Farbe MINT: locker, leicht, frisch, aber trotzdem irgendwie tiefgründig, geheimnisvoll und nicht so einfach zu durchschauen wie z.B. blau oder gelb. Und das passt doch ganz gut zu unserer Musik, oder? Also MINT – wir identifizieren uns über unsere Musik gleich mit unserem Bandnamen, was durchaus praktisch ist. Ganz abgesehen davon kann sich wirklich jedes Kind MINT merken …



Wo seht ihr selbst eine Weiterentwicklung vom Debüt „Unwiederstehlich“ zur zweiten Demo-CD „Sieger!“? Wo will MINT in Zukunft hin?

Sebastian: Oh, es gab eine gewaltige Weiterentwicklung von „Unwiderstehlich“ bis „Sieger!“. „Unwiderstehlich“ ist das Erstlingswerk, unsere ersten Versuche, etwas Eigenes zu schreiben. Ich finde dafür ist uns wirklich eine klasse und abwechslungsreiche Mini-CD gelungen. Bei „Sieger!“ sind wir einfach konsequent weitergegangen, haben unsere Grenzen noch ein bisschen weiter ausgedehnt. Vergleiche mal „Für Sekunden“ mit „Manie“ oder „In dieser Nacht“. Wir bewegen uns mittlerweile „sicherer im Raum“, um das mal in Fußballer-Sprache zu sagen. Und nutzen unsere Freiheiten, wie man ja bei „Promiluder“ sehen kann. Ich höre gerade die Songs von „Sieger!“ total gerne, weil die besonders organisch, echt und ehrlich klingen. Das lag vielleicht auch daran, dass wir die Scheibe fast komplett live eingespielt haben. Wo wollen wir hin? Ich hab mal gesagt, dass ich eine CD von uns in einem großen Elektronik-Fachhandel irgendwo in Deutschland kaufen möchte. Das wäre ein Traum. Dann noch ein richtig professionelles Video, das auf 3Sat läuft, am besten in der Sylvesternacht. Ganz bescheidene Träume also.

Marina: Mir gefallen die Songs auf der Sieger-CD besonders gut, weil sie die Geschmäcker von uns allen widerspiegeln. Und im Vergleich zu der „Unwiderstehlich-„ steht das Keyboard bei der „Sieger!-CD“ mehr im Vordergrund, was ja unter anderem ein Markenzeichen von MINT darstellt. Ich muss zugeben, insgeheim möchte ich natürlich einen oder auch zwei MINT-Songs über viel gehörte Radiosender in den Äther schicken, in gut besuchten Hallen spielen und die ein oder anderen Komplimente wie ein Schwamm aufsaugen. Dafür werden wir in naher Zukunft hart arbeiten und wenn´s nicht klappt, haben wir einfach selbst Spaß an der Musik und freuen uns darüber, dass es auch einigen anderen zu gefallen scheint.

Constantin: Ganz abgesehen von der Musik steht das neugegründete Plattenlabel „conman records“ schon in den Startlöchern. Wir bleiben bei unserem Kram, bis wir entweder von einem Major-Label entdeckt werden oder durch mysteriöse Umstände direkt reich und berühmt werden. Dann werden wir noch freier mit unserer Vorstellung von Musik umgehen, bis alle Zuhörer wieder weg sind. Anschließend beziehen wir die Villen an der Steilküste und drehen eine Runde mit der neuen Yacht bis der Arsch Falten wirft.

Steffen: Was bei deinem Alter ja schon relativ bald sein dürfte. Also müssen wir uns mit dem berühmt werden ein bisschen beeilen. Da wäre doch ein Sieg bei STARS IN THE CITY schon mal ein grandioser Start.

Interview: Victoria Romei
 



Verfasst am: Mittwoch, 16. April 2008





























  

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