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Was gehört zu einem exzellenten und ambitionierten Newcomer Contest? Selbstverständlich eine hochkarätig besetzte Jury aus der professionellen Musikbranche. Dazu gehört es auch, dass sich die Mitglieder lange beraten, diskutieren, lamentieren, hin und her denken und sich schließlich entscheiden. Genau das hat beim vergangenen Wettbewerb im Jolly Joker ausführlich stattgefunden. Die Jury war von der Band Brite letztendlich so überzeugt, dass die Jungs aus Salzgitter zum Sieger von STARS IN THE CITY gekürt wurden. Ein Jurymitglied der ersten Stunde ist der Braunschweiger Musikproduzent Julian Styles. Er hat bereits mit internationalen Musikern wie Simon Collins (Sohn von Phil Collins) oder der bekannten deutschen E-Pop Band De/Vision gearbeitet. Aber wie kann man sich die Arbeit der Jury vorstellen? Dazu möchten wir in einer kleinen Jury-Interview-Reihe alle Beteiligten befragen und fangen mit Julian Styles an, der uns freundlicherweise in unserer Redaktion besuchte.
 Wie hast du dich auf die Jury Tätigkeit vorbereitet?
Julian: Ich habe ein System ausgearbeitet, nach dem die Bands beurteilt werden und das hat die komplette Jury übernommen. Das berücksichtigte Dresscode, Live Performance und so weiter. Es war schon ein gutes Punktesystem, dass wir da hatten.
War das abgesprochen oder wurde das System spontan von der restlichen Jury übernommen?
Julian: Nein, das war vorher mit Ole Sander so abgesprochen.
Hattest du im Vorfeld bestimmte Erwartungen an das Festival?
Julian: Ich wusste, dass es gut wird, aber dass das Festival so gut wird, hätte ich mir nicht träumen lassen. Es war mit Abstand das beste STARS IN THE CITY Festival, das wir jemals hatten. Die Organisation war 1a. Auch alles im Hintergrund war super und die Bands waren durch die Bank richtig klasse.
Wie können wir uns die Arbeit der Jury vorstellen? Seid ihr durch das Joker gelaufen oder habt ihr euch von der Empore aus einen Überblick verschafft?
Julian: Wir haben uns als Jury getrennt, damit wir verschiedene Blickwinkel haben. Die meiste Zeit waren wir oben auf der Empore. Allerdings habe ich mir die ersten Songs unten, also vor der Bühne, angeguckt, um den vollen Sound mitzukriegen. Die kleineren Bühnen konnte ich mir nicht ansehen, weil ich mit den Hauptacts beschäftigt war, die wir beurteilen sollten.
 Habt ihr untereinander Meinungen ausgetauscht?
Julian: Wir haben uns nach jedem Gig im VIP Bereich getroffen und ein bisschen geklönt, beziehungsweise ein Resümee gezogen.
Und hast durch zwischendurch auch mal Pause gemacht und gepflegt ein Bierchen im Sitzen getrunken?
Julian: Nein, ich habe mir ein Bier geschnappt und dann jede Band im Einzelnen gesehen, um meine Punkte zu vergeben.
Hattet ihr während der Veranstaltung direkten Kontakt zu den Bands?
Julian: Aber natürlich, denn die meisten Bands kenne ich durch meine Tätigkeit als Produzent persönlich. Im Gegensatz zu der restlichen Jury bin ich sehr szene-verbunden.
Wie würdest du das Niveau der Bands, die bei dem Festival gespielt haben, beurteilen?
Julian: Alle waren sehr gut, aber die ganzen Finalisten waren natürlich die Creme de la Creme und die ersten Drei haben ihre Plätze absolut verdient.
 Hast du eine Gruppe gesehen, mit der du als Produzent gerne zusammenarbeiten würdest?
Julian: Ich habe in der Vergangenheit mit Target:Blank, die damals noch Spieltrieb hießen, zusammen gearbeitet. Da wird es auch zukünftig immer wieder mal eine Hilfestellung oder Ähnliches geben. Besonders bei Target:Blank aber auch bei der Band Bob.
Hat dir eine bestimmte Musikrichtung gefehlt?
Julian: Ja, definitiv. Mir hat die elektronische Schiene gefehlt. Bands wie De/Vision zum Beispiel, die einen Depeche Mode ähnlichen Sound machen. In der Braunschweiger Region gibt es einfach keine E-Pop Acts, oder überhaupt Bands, die auf der seichteren Popschiene fahren, ohne dabei das Digitale in den Vordergrund zu stellen. Das habe ich auf jeden Fall vermisst.
Was hat dir generell an diesem Abend gefallen, war es sehr stressig für dich?
Julian: Ich hatte stressigen Spaß! (lacht) Es ist schon anstrengend sich sechs Bands intensiv hintereinander anzuschauen, aber ich hab das gern gemacht. Es hat sich auch gelohnt und ich war mit Leib und Seele voll dabei.
 Wie beurteilst du die Dimension des Festivals?
Julian: Ich bin von Anfang an in der STARS IN THE CITY Jury gewesen und das Projekt hat sich extrem gesteigert. Mittlerweile hat es Dimensionen angenommen, mit denen man wirklich arbeiten kann. Irgendwann wird dieser Newcomer Wettbewerb absolut etwas bewegen können.
Wie groß ist denn, deiner Meinung nach, die Chance, dass STARS IN THE CITY wirklich ein Sprungbrett für eine Band sein kann?
Julian: Die Chancen werden mit jedem neuen Festival immer größer. Nicht nur die Sponsoren und mögliche Industriepartner werden auf diese Plattform aufmerksam, sondern auch die Labels und die entsprechenden Leute im Musikmarkt. Das ist auch das Ziel von STARS IN THE CITY und man merkt das anhand der vorherigen Gewinner. Radiopilot beispielsweise haben mittlerweile einen Deal mit Sony/BMG und waren Toursupport der erfolgreichen Band Juli. STARS IN THE CITY wird auf jeden Fall weiter wachsen!
Interview: Philip Kühne
Verfasst am:
Montag, 7. April 2008
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